Erziehung und Bildung

Erziehung und erziehen bedeutet im weitesten Sinn den Geist und den Charakter eines Wesens zu befördern. Der Bergriff kommt lt. Duden von ahd. Irziohan = herausziehen. Erziehung kann man in folgende Kernbereiche untergliedern. Erstens, die Festigung von Verhaltensweisen, die sozial erwünscht sind, bzw. die Festigung von

Werten und Normen bei Kindern und Jugendlichen, damit einhergehend, das Setzen von Grenzen. Ziel ist es durch Erziehung dem Menschen einen Platz in einer sozialen Gruppe zuzuweisen und die individuellen Lebenswirklichkeiten innerhalb der Gesellschaft zu festigen. Erziehung erfolgt immer in einem sozialen Kontext. Sie soll den Individuen Orientierung in ihrem sozialen Umfeld bieten. Bildung soll diese Orientierung im sozialen Kontext befördern. In vielen Sprachen werden die Begriffe Erziehung und Bildung in einem Wort beschrieben, z.B. engl. "Education". Zweite Erziehungsform ist eigene Erziehung, also die Prägung individueller Werte, Normen und Verhaltensweisen, die dem Individuum durch Familie, Verwandte, Schulen oder andere pädagogische Einrichtungen übermittelt werden. Die Ausbildung in spezifischen Fähigkeiten stellt die dritte Form dar. Der vierte Bereich von Erziehungen richtet sich an das Heranziehen von Tieren bzw. von Nutzpflanzen. Es gibt unterschiedliche Erziehungsstile, die auf Methoden und Grundsätze sowie theoretischen Hintergründen aufbauen. Die Übertragung von Führungsstilen in die Erziehungsprozesse beschreiben die unterschiedlichen Erziehungsstile. Man unterscheidet zwischen: autokratischen, autoritären, demokratischen, egalitären (gleiche Rechte und Pflichten bei Erzieher und Erzogenen), permissiver bzw. laissez-fairer und negierender (keine/wenige Erziehungsmaßnahmen) Erziehungsstile. Kritiken an den Erziehungsmethoden richten sich vor allem gegen nicht kindgerechte Methoden, aber auch gegen die Erziehung die den unbedingten Gehorsam verlangen. Gerade vor dem Hintergrund der vergangenen Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, stoßen preußische Erziehungsideale auf eine teilweise Ablehnung in der Nachkriegsgeneration. Gerade die 68er Generation mit ihrem Protest gegen das ehemalige Nazi-Deutschland und dem Vietnamkrieg, prägten die Strömung der antiautoritären Erziehungsstile, die in den Forderungen nach radikalen, autoritären Erziehungsmethoden ihren Ausdruck fanden. Heute gibt es kaum mehr Kritik an der Anerkennung von Grenzen als zentrales Erziehungselement.